Die Kaufabwicklung des Grundstückes

Beim Abenteuer Hausbau gehen sicherlich einige Sachen schief. Bei uns ist allerdings schon bei der Kaufabwicklung unseres Grundstückes so fast alles schief gegangen.

Nach unserer Zusage beim Makler ging alles so schnell. Der Makler hat sehr schnell den Notartermin organisiert, so dass wir schon 2 Wochen nach unserer Zusage beim Notar saßen. Aus unserer heutigen Sicht unser erster Fehler, denn wir hatten noch keine feste Zusage der Bank für die Finanzierung in der Tasche. Wir waren einfach zu leichtsinnig und haben uns auch vom Makler etwas drängen lassen. Makler spielen ja oftmals die Karte der „anderen Interessenten“, damit man nicht groß am Preis handelt und natürlich auch bemüht ist alles schnell über die Bühne zu bringen. Auf jeden Fall haben wir beim Notar den Kaufvertrag unterschrieben und hatten für 4 Wochen später die Zahlung zu gesagt – unser zweiter Fehler übrigens.

In den nächsten 4 Wochen, sowie auch schon die 2 Wochen davor, haben wir mit einigen Banken (direkt oder über Vermittler) Gespräche für eine Finanzierung geführt. Bei den ersten Gesprächen wurde uns angeboten die Summe für gute Konditionen über 10 Jahre zu finanzieren. In einem Gespräch mit einem Vermittler wurde uns zu einem späteren Zeitpunkt nahe gelegt ein variables Darlehen aufzunehmen, welches man jederzeit kündigen kann. Hintergrund dazu ist, dass man bedenken muss, dass die Schulden für die Finanzierung in das Grundbuch der Reihenfolge nach eingetragen werden. Somit wäre die Bank für das Grundstücks-Darlehen an erste Stelle im Grundbuch aufgeführt worden. Die Bank für den Hausbau wäre somit später nur an zweiter Stelle eingetragen worden. Das machen nur die wenigsten Banken mit, da sie im Falle der Versteigerung eben nur an zweiter Stelle mit einer aber wesentlich höheren Summe stehen. Definitiv ein Punkt, welchen man bedenken muss, wenn man das Grundstück separat zum Hausbau finanziert.

Wir haben uns schlussendlich dann für das variable Darlehen entschieden und bei einer uns empfohlenen Bank die Überprüfung für die Finanzierung angestoßen. Die Überprüfung dauert ca. 2 Wochen, da die Banken alles durchleuchten. Es werden auch Sachverständiger zum Grundstück geschickt, welche die Lage und die Wertigkeit des Grundstücks beurteilen. Leider wollte uns die Bank nach Ablauf der 2 Wochen nicht die benötigte Summe als Darlehen zur Verfügung stellen, da der Wert des Grundstückes durch den Sachverständiger wesentlich niedriger eingestuft wurde. Diese Information bekamen wir 3 Tage vor Ablauf der Zahlungsfrist an den Verkäufer. Man kann sich vorstellen wie es uns ergangen ist zu diesem Zeitpunkt. Denn wir wollten die oben genannte Differenz nicht mit unserem Eigenkapital tragen, da es bereits anders verplant war.

Aber wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt und sind zu einer anderen Bank. Natürlich mussten wir hier von vorne beginnen und dank der Feiertage im Oktober hat sich noch alles weiter verzögert. Unser Dank geht an dieser Stelle an unseren Verkäufer, welcher großes Verständnis zeigte und auch darauf verzichtete Verzugszinsen geltend zu machen. Nach weiteren 2 Wochen, die eine gefühlte Ewigkeit waren, bekamen wir dann die Zusage der Bank und haben auch am selben Tag noch unterschrieben.

Wir dachten, dass nun alles ganz schnell gehen würde, aber falsch gedacht. Wir mussten erneut zum Notar um die Grundschuld zu bestellen – dies bedeutet, dass man die Finanzierung in das Grundbuch eintragen lässt. Kurz gefasst: Der Notar liest die Grundschuldbestellung vor und man unterschreibt diese am Ende. Danach wird eine Urkunde ausgestellt, welche an die Bank geschickt wird. Sobald die Bank die Urkunde vorliegen hat, wird die Summe für das Darlehen ausgezahlt. Das Problem bei uns war, dass die Urkunde nicht bei der Bank ankam. Als die Urkunde nach über 1 Woche immer noch nicht bei der Bank ankam, meldete sich der Notar, dass die Urkunde zurückgekommen sei – „Unzustellbar“.
Was war passiert? Der Notar sendete die Urkunde an die falsche Adresse. Das Notarbüro versendete daraufhin eine Email an die Bank mit einer vorläufigen Kopie der Urkunde. Aber auch hier hatten wir kein Glück, denn die Email ging an die falsche Email Adresse. Am nächsten Tag bekamen wir dann aber endlich die erfreuliche Nachricht von der Bank, dass die Urkunde vorliegen würde.

Jedoch musste die Bank die Urkunde erst noch prüfen, bevor die Summe ausgezahlt werden konnte. Dies dauert wieder einige Tage. Als man dachte, dass jetzt nichts mehr schief gehen kann, und die Bank uns auch das Ok nach der Überprüfung der Urkunde gab, wurde natürlich noch eine falsche IBAN für die entsprechenden Auszahlungen hinterlegt, obwohl diese korrekt im Notar- und Darlehensvertrag vermerkt war. Glücklicherweise konnte das schnell behoben werden und somit ging nach etwa 5 Wochen Verzug das Geld endlich beim Verkäufer ein. Somit konnten die finalen Grundbucheinträge vorgenommen werden und wir sind seit Mitte Dezember nun stolze Grundstückseigentümer. 🙂

Was können wir euch also mitgeben für die Kaufabwicklung?

  • Lasst euch bloss nicht hetzen! – Ihr kauft das Grundstück und nehmt damit ggf. auch ein Darlehen auf. Somit sollte ausreichend Zeit sein, dass ihr euch Gedanken machen und auch mit den Banken sprechen könnt.
  • Darlehen – Am Besten habt ihr vorab schon mit Banken gesprochen und müsst nach Zusage nur noch Feinheiten besprechen. Das erspart euch viel Zeit und vor allem Nerven.
  • Guten Kontakt zum Verkäufer – Ein freundlicher Kontakt zum Verkäufer schadet nicht. Gerade, wenn es mal nicht nach Plan läuft, sollte man offen mit dem Verkäufer reden und eine gemeinsame Lösung suchen.
  • Zahlungszeitpunkt – Wählt den Zahlungszeitpunkt großzügig und realistisch. Es bringt niemanden etwas, wenn ihr zum Zahlungszeitpunkt nicht zahlen könnt.

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